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20./21. April 2002 DDV-Ranglistenturnier in Marburg:

Tomas Seyler und Heike Ernst gewinnen die Einzeltitel beim DDV-RLT in Marburg/Gemünden

Am 20./21. April 2002 fand in Marburg/Gemünden das 7. DDV-Ranglistenturnier dieser Saison statt. Dabei sicherte sich am Samstag Tomas Seyler den Herrentitel vor Stephan Juwig, während bei den Damen wie im Vorjahr Heike Ernst vor Bianka Strauch siegte. Bei der Jugend holten dann am Sonntag Mathias Schiefer und Nicole Osthues die Titel vor Patrick Ullrich und Carolyn Lampert. Meister der erstmals seit 1995 wieder ausgetragenen Deutschen Tactics-Doppelmeisterschaft wurden bei den Herren Tomas Seyler und Andree Welge vor Manfred Bilderl und Alexander Köhler. Bei den Damen wurden Heike Ernst und Bianka Strauch Deutsche Tactics-Meisterinnen vor Astrid Kamm und Gabi Vollbrecht.

Heike Ernst und Tomas Seyler freuten sich bei der Siegerehrung über ihre gewonnenen Einzeltitel

Stephan Juwig mit Superdarts bis ins Finale gegen Tomas Seyler
Mit 250 Herren und 95 Damen, die am Samstag zu den Einzeln antraten, erlebte Marburg/Gemünden einen in dieser Höhe sicher nicht erwarteten Teilnehmerzuwachs von 21,5% gegenüber dem Vorjahr! Bleibt zu hoffen, daß sich dieser kräftige Aufwärtstrend nun auch bei den nächsten Ranglistenturnieren fortsetzt.
Bis auf den zuletzt so erfolgreichen Duisburger Jörg Neumann ging in der Gemündener Sport- und Kulturhalle im Herreneinzel die komplette DDV-Top-16 an den Start. Nur die Hälfte dieser gesetzten Spieler erreichten jedoch in den 16 Gruppen die Boardfinals. Mit Rüdiger Preuß (Hamburg), Alexander Köhler (Dettelbach) und Carsten Hoffmann (Bellheim) unterlagen 3 der Gesetzten gleich im ersten Spiel und schieden wenig später in der Loserrunde endgültig aus.
In Runde 2 unterlagen dann auch Michael Leithaus-Diepenseifen, Andreas Kröckel und Michael Nett (alle Bochum). Auch sie überstanden anschließend die Loserrunde nicht. Ulrich Meyer-Schlüter (Arpke) schließlich unterlag im Gewinner- wie auch im Verliererfinale.
DDV-Nr. 1 Colin Rice verlor zwar im Gewinnerfinale seiner Gruppe 2:3 gegen den Hamburger Garry Sess - jedoch der Mülheimer meisterte danach die schwere Aufgabe im Loserfinale gegen Manfred Bilderl aus Bayern knapp mit 2:1 und zog doch noch ins Boardfinale ein.
Hier ließ das Favoritensterben dann merklich nach. Nur bei 3 Partien der letzten 32 wurde ein zweites Match notwendig, weil der Spieler aus der Loserrunde die erste gewonnen hatte. Detlef Skibb (R´hausen) verlor zunächst 2:3 gegen Oliver Schuler, konnte die dadurch notwendig gewordene zweite Partie aber mit 3:1 gewinnen und so doch noch weiterkommen.
Anders war das in zwei anderen Matches. So kam es zur Revanche zwischen Garry Sess und Colin Rice, wobei sich nun Colin mit 3:0 und 3:1 aus der Loserrunde zurück in das Einfach-KO-Feld der letzten 16 spielte.
Dies gelang in einem sehenswerten Match auch Clarence Sauzier (Hannover), dessen Gegner kein Geringerer als Frankie-Boy Mast (Sandhausen) war. Mit 3:2 und 3:1 konnte Clarence am Ende gegen den genauso brillant wie er selbst spielenden Maschtl gewinnen - und das in einem Match, das geradezu mit Bestleistungen gespickt war!
Im Achtelfinale gab es eine Menge sehr enger Spiele. So gewann Joachim Paul auf hohem Niveau mit 3:2 gegen einen Clarence Sauzier. Mit dem gleichen Ergebnis setzte sich Jyhan Artut (Arpke) im einzigen Duell zweier gesetzter Spieler gegen Rainer Haaß (R´hausen) durch.
Und noch jemand zog mit einem 3:2 unter die letzten Acht ein. Lothar Freiberger aus Rinteln nannte bislang einen einzigen DDV-Punkt sein Eigen ... und setzte sich nun gegen den 44 Punkte besser bestückten Andree Welge durch! Lothar war es auch gewesen, der gleich in Runde 1 Ex-Jugendweltmeister Carsten Hoffmann in die Loserrunde geschickt hatte!
Neben Freiberger hatten noch zwei weitere Ungesetzte die letzten Acht erreicht. Nach starken Ergebnissen im NWDV-Bereich überzeugte der Neu-Mülheimer Stephan Juwig auch auf DDV-Ebene voll und ganz und ließ seinem Gruppensieg gegen Andy Kröckel im Viertelfinale auch noch einen 0:2, 2:0 und 2:1 Sieg gegen Joachim Paul folgen. Auch Detlef Skibb hatte den Sprung unter die letzten Acht geschafft, unterlag hier allerdings gegen DDV-Nr. 1 Colin Rice mit 0:2, 2:1 und 0:2.
Ebenfalls über 3 Sets ging es im einzigen Aufeinandertreffen zweier gesetzter Spieler zwischen Tomas Seyler und Jyhan Artut. Jyhan gewann Set 1 mit 2:1, mußte danach aber die beiden nächsten mit 1:2 und 0:2 an Shorty abgeben. Im Norddeutschen Duell wurde schließlich auch Lothar Freibergers Superlauf durch Thomas Wille mit 2:1 und 2:0 gestoppt.
Thomas Wille unterlag im anschließenden Halbfinale mit 1:2 und 0:2 gegen Tomas Seyler. Stephan Juwig zeigte seinem TC Colin Rice, wieviel er sich im letzten halben Jahr bei ihm abgeschaut hat und bezwang ihn glatt mit zweimal 2:0.
So kam es wie im Vorjahr zum Herrenfinale zwischen einem ganz großen und einem recht neuen Namen. Standen sich im Vorjahr Michael Rosenauer und Jyhan Artut gegenüber, so hießen die Kontrahenten diesmal Tomas Seyler und Stephan Juwig.
Stephan Juwig spielte nun auf der Bühne allerdings nicht mehr ganz so sensationell gut wie zuvor auf ebener Erde. Dennoch ging Set 1 nur knapp verloren. Beim 2:0 von Tomas Seyler hatte auch Stephan jedes Mal auf Doppel gestanden. Im 2. Set drehte Shorty Seyler dann allerdings auf, während Stephan nun merklich nachließ. Erneut gewann Shorty mit 2:0, nur dass Stephan diesmal jeweils dreistellige Restpunktzahlen hatte.
Das 1. Leg des 3. Sets war dann recht schwach von beiden Spielern, die jeweils ca. 6 Checkdarts vergaben. Es war dann Shorty, der schließlich zum 1:0 dichtmachte. Im nachfolgenden Leg erzielte Stephan die einzige 180 des Finales und konnte es dann auch zum 1:1 nach Hause holen. Doch Shorty wusste auch das noch zu toppen und spielte im 3. Leg 100, 137, 100, 140 (Doppel-12 im ersten) zum 13-Darter! Damit war der 2:0, 2:0 und 2:1 Titelgewinn von Tomas Seyler perfekt.
Stephan Juwig erreichte den für sein erstes DDV-Finale durchaus respektablen Average von 24.50, bei Tomas Seyler standen ausgezeichnete 28.42 Punkte pro Dart zu Buche. Es war übrigens nicht Tomas´ erster Titelgewinn in Marburg, denn der Bremerhavener hatte in Marburg bereits 1991 und 1992 den Titel gewonnen - damals allerdings noch bei der Jugend!

DDV-Nr. 2 Tomas Seyler gewann das Herreneinzel gegen den brillant spielenden Stephan Juwig

Zum 5. Mal in 6 Jahren Heike Ernst gegen Bianka Strauch
Bei den Damen waren die DDV-Top-8 komplett am Start. Mit Gaby Ruschke und Kerstin Niederau unterlagen gleich zwei von ihnen allerdings bereits in ihrem Erstrundenspiel und schafften danach auch den weg durch die Loserrunde nicht. In Runde 3 unterlag Astrid Kamm 2:3 gegen Gisela Dietz (Hannover) und auch für sie war dann im Vorfinale der Loserrunde gegen die Bremerin Andrea Viebrock das Turnier beendet.
Fünf der acht Gesetzten hatten also die Finals der 8 Gruppen erreicht, und dabei wurde zweimal ein zweites Spiel erforderlich. So setzte sich die inzwischen bereits auf Platz 16 der DDV-Rangliste rangierende Nicole Hartmann (Bremen) zunächst mit 3:1 gegen Marion Diehn (Hattersheim) durch, bevor Marion dann das 2. Match ihrerseits mit 3:1 gewann und ins Viertelfinale einzog.
Niederau-Bezwingerin Heidi Peiks mußte sich hier als einzige Siegerrundengewinnerin geschlagen geben. Sie unterlag mit der Kamm-Bezwingerin Delja Andres mit zweimal 1:3. Als einzige Gesetzte schied hier die durch die Loserrunde gekommene Andrea Beushausen aus, als sie 2:3 gegen Gabi Vollbrecht unterlag.
Im Viertelfinale trafen sich in allen 4 Spielen jeweils eine Gesetzte und eine Ungesetzte. Dabei legte Marion Diehn gewaltig gut gegen Heike Ernst los und nahm ihr Set 1 mit einem 15-Darter ab! Heike mußte sich schon gewaltig strecken und dieses Match noch mit 3:1 zu gewinnen, so stark spielte Marion auch die weiteren Legs.
Ebenfalls sehr knapp war es zwischen Silke Goebel und Gisela Dietz. Am Ende setzte sich jedoch Silke mit 3:2 gegen First Lady Gisela durch. Die beiden übrigen Spiele gingen vom Ergebnis her recht klar aus. Bianka Strauch setzte sich genauso mit 3:0 gegen Gabi Vollbrecht durch wie Trixi Zimmermann gegen Delja Andres gewann.
Im Halbfinale gewann Heike Ernst überraschend klar mit 2:0 und 2:1 gegen Silke Goebel und Bianka Strauch siegte ebenfalls glatt mit zweimal 2:0 gegen Trixi Zimmermann. Damit kam es bei den Damen zum gleichen Finale wie im Vorjahr. Beim Aufeinandertreffen von DDV-Nr. 1 Heike Ernst und DDV-Nr. 2 Bianka Strauch holte sich Heike Set 1 klar mit 2:0.
In Set 2 steigerte sich Bianka und ging in Führung. Heike gelang zwar der Ausgleich am Ende sicherte sich Bianka aber mit 2:1 das Set. In Set 3 waren dann beide Spielerinnen zu Form aufgelaufen und Heike holte sich Leg 1 mit einem 86er-Finish zum 20-Darter. Mit 140, 100 und 128 stelle sich die Bochumerin dann im 2. Leg 32 Rest, die sie auch sofort zum 16-Darter dichtmachte.
Heike erreichte einen Average von 21.62, Biankas Punktedurchschnitt lag bei 20.76. Es war Heikes fünfter Sieg hintereinander in Marburg, sechsmal in den letzten 7 Jahren spielte sie das Finale gegen Bianka, die selbst 1996 und 1997 den Titel holte.

Bianka Strauch unterlag im Finale des Dameneinzels ihrer Doppelpartnerin Heike Ernst

Markus Schiefer siegt bei den Jungen vor Patrick Ullrich
In Gemünden gingen 24 männliche Jugendliche in 2 Doppel-KO-Runden an den Start. Dabei schieden Mit Mark Mulholland (Münster) und Michael Stübs (Karlsruhe) die Setznummern 1 und 2 sofort zu Anfang aus. Auch für die an 3 und 4 gesetzten Dennis Ohmacht (Berlin) und Thomas Porkert (Lauffen) war das Turnier bereits im Halbfinale der Loserrunde beendet.
Direkt ins erste Halbfinale gelangte schließlich Tayfun Ciftcier (Köln) und traf dort auf Mathias Schiefer (Köln), der das Loserfinale der Gruppe mit 2:0 gegen Marcel Polak (Bochum) gewonnen hatte. Mathias setzte sich hier mit 3:1 und 3:2 durch.
Das andere Halbfinale hatte Patrick Ullrich (Gaggenau) auf direktem Wege erreicht, während sein Gegner Danny Klimek (Marl) sich durch die Loserrunde kämpfen mußte und das Loserfinale der Gruppe 2:1 gegen Iman Askarsadeh (Bad Orb) gewonnen hatte. Zwar verlor Patrick das erste Spiel mit 2:3, konnte das zweite jedoch 3:2 gegen Danny gewinnen und so ins Turnierendspiel gegen Mathias Schiefer einziehen.
Beide Spieler standen in ihren ersten DDV-Finale und es war Patrick Ullrich, der Set 1 mit 2:0 gewinnen konnte. Set 2 ging dann genau andersherum mit 2:0 an Mathias Schiefer, der dann auch super ins erste Leg des entscheidenden Sets startete: Mathias begann mit 140, 121 und 140, benötigte für den Leggewinn schließlich aber doch insgesamt 23 Darts. Patrick konnte den Set noch mal ausgleichen, so daß das allerletzte Leg die Entscheidung bringen mußte.
Hier zeigte sich nun Mathias stabiler und sicherte sich mit einem 24-Darter den Titel. Die Averages lagen mit 19.85 für Mathias und 18.92 für Patrick ein wenig niedrig für ein Jungenfinale, was sich aber sicher aus der zumindest bei DDV-RLTs für beide neuen Bühnensituation erklärt.

Bei den Jungen unterlag Patrick Ullrich im Endspiel nur knapp gegen Mathias Schiefer

Nicole Osthues holt gegen Carolyn Lampert 6. Titel in Folge
Die 12 Mädchen spielten zunächst in vier Dreiergruppen und danach in zwei Vierergruppen Round-Robin. Hatten die Dreiergruppen keine Überraschungen gebracht, so änderte sich dies dann in den Vierergruppen.
So konnte sich in Gruppe 1 hinter der hoch favorisierten Nicole Osthues (Ahlen) auch Michelle Münch (Bochum) für das Halbfinale qualifizieren. Gab es in Gruppe 1 eine klare Reihenfolge, so hatten in Gruppe 2 am Ende gleich drei Spielerinnen je 2 Siege und eine Niederlage aufzuweisen.
Überraschend belegte Carolyn Lampert aus Bruchköbel dank der besseren Legdifferenz Platz 1 vor DDV-Mädchen-Nr. 2 Yvonne Bliß (Wuppertal). Pech hatte Nina Schreiber (Bruchköbel), die trotz eines 3:1 Erfolges gegen Yvonne mit zwei Siegen nur Dritte wurde.
Im Halbfinale gab es zwei klare 3:0 Erfolge, wobei Nicole Osthues gegen Yvonne Bliß gewann und sich Carolyn Lampert gegen Michelle Münch durchsetzte. Im Finale war Nicole Osthues klare Favoritin, hatte die Mädchen-Nr. 1 doch die letzten 5 DDV-RLTs in Folge gewonnen!
Nicole war dann auch die sicherere Spielerin auf der Bühne, aber auch Carolyn machte nach überstandener Anfangsnervosität einen guten Eindruck. Nachdem Nicole Leg 1 gewonnen hatte glich die Hessin zum 1:1 aus. Leg 3 ging dann in 28 Darts wieder an Nicole, die sich danach im 4. Leg zunächst punktemäßig klar von Carolyn absetzen konnte.
Carolyn kam dann mit guten Scores noch auf ein Doppel herunter, jedoch Nicole machte ihr die Doppel-16 vor der Nase zum 3:1 Sieg und damit zum 6. DDV-Titelgewinn in Folge zu! Carolyn hat bei ihrem ersten DDV-Finale angedeutet, daß in Zukunft mit ihr zu rechnen sein wird und erreichte einen ansehnlichen Average von 15.68. Nicoles Average lag bei noch besseren 17.47.

Nicole Osthues freute sich nach dem Finalsieg gegen Carolyn Lampert über den 6. DDV-Titel in Folge

Seyler/Welge im Tacticsdoppel neue Meister vor Bilderl/Köhler
Marburg ist von je her die absolute Tacticshochburg Deutschlands gewesen. Bei dieser auch als Micky-Maus oder Cricket bekannten Variante des Dartspiels geht es darum die Zahlen von 20 bis 14 sowie Doppel, Treble und Bull so schnell wie möglich je dreimal zu treffen. Punkte können zusätzlich (bis zum Stand von 300) auf allen Feldern gemacht werden, die der Gegner noch nicht zu (d.h. dreimal getroffen) hat. Hier spielt die Taktik eine große Rolle, da es je nach Lage im Spiel wichtig ist, welche Ziele man anvisiert, welche man zunächst offen läßt und ob man punktet oder eine Zahl dichtmacht. Daher kommt auch der Name des Spiels, das dann beendet ist, wenn eine Partei alle geforderten Felder dichtgemacht hat - und dabei punktemäßig vorn liegt.
Klar, daß dies für Spieler, die nicht regelmäßig Tactics spielen, gar nicht so einfach ist ... und so sah man im Verlauf der Tactics-Doppel-DM auch gestandene Spieler taktisch schier verzweifeln.
Überraschend schieden bei den 50 Herrendoppeln die Meister der letzten (1995 ausgetragenen) Tac-tics-Doppel-DM bereits in ihrem ersten Spiel aus. Colin Rice und Volker Backes unterlagen in ihrer Einfach-KO-Gruppe mit 1:2 Spielen gegen Reinhold Schüle und Peter Hellwing. Einmal mehr also Hessen-Tactics-Power also!
Im Halbfinale unterlagen diese beiden dann aber später mit 1:3 gegen die Bayern Bilderl/Köhler. Das andere Halbfinale entschieden Seyler/Welge hauchdünn mit 3:2 gegen Kröckel/Nett für sich. Im Finale auf der Bühne gewannen Seyler/Welge das erste Spiel, doch Bilderl/Köhler drehten den Spieß zur 2:1 Führung ihrerseits um. Am Ende hatten dann aber doch Seyler/Welge beim 3:2 Erfolg das bessere Ende für sich und wurden erste Tactics-Meister im neuen Jahrtausend.

Andree Welge und Tomas Seyler wurden erste Tactics-Doppel-Meister des neuen Jahrtausends

Ernst/Strauch Tactics-Meisterinnen vor Kamm/Vollbrecht
Unter den 19 Damendoppeln der Tactics-DM waren Heike Ernst und Bianka Strauch die großen Favoritinnen. Hatte Heike Ernst diese Variante des Dartsports bislang stets gemieden, so wollte sie es diesmal wissen. Man erreichte dann auch das Halbfinale ohne auch nur ein Leg abzugeben und siegte auch hier gegen Anja Silies und Andrea Dörnmann mit 3:0.
In der anderen Gruppe erreichten Astrid Kamm und Gabi Vollbrecht das Endspiel ebenfalls ohne ein Leg abzugeben und gingen im Krimi gegen Trixi Zimmermann und Silke Goebel 2:0 in Führung. Trixi und Silke verkürzten dann zum 1:2, doch am Ende zogen doch Astrid und Gabi mit einem 3:1 ins Finale ein.
Das Endspiel verlief in Windeseile, denn es standen dort 3 Spielerinnen mit sehr hoher Wurf-Frequenz und eine auch nicht gerade langsam spielende Gabi Vollbrecht auf der Bühne. Da Heike und Bianka zudem auch so gut wie alles trafen was sie wollten, war diese sehenswerte Partie bereits nach einer Viertelstunde mit dem 3:0 Titelgewinn der Favoritinnen Heike und Bianka beendet.
Nach den Tagen in Gemünden stehen nun im Mai die Regio-RLTs an, und im Juni beschließt dann die German-Masters die DDV-Turniersaison 2001/2002.

Vizemeisterinnen im Tactics-Doppel wurden Astrid Kamm
und Gabi Vollbrecht (Meisterinnen siehe Foto Dameneinzel)

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

20./21. März 2004 WDF German Open in Herne:

Ted Hankey und Francisca Hoenselaar gewinnen 14. German Open 2002

Bei strahlendem Vorfrühlingswetter fand vom 15. bis 17. März 2002 in den Herner Flottmannhallen die 14. German Open statt. Mit Ted Hankey gewann einer aus der englischen Favoritenriege das Herreneinzel vor seinem Landsmann Tony Eccles. Im Dameneinzel ging der Titel an die Holländerin Francisca Hoenselaar, die im Finale Englands Trina Gulliver besiegte. Im rein holländischen Endspiel der männlichen Jugend siegte Joppe Bakens vor Nick Stoekenbroek, und im deutschen Vergleich des Mädchenfinales setzte sich Nicole Osthues gegen Yvonne Bliß durch. Das Herrendoppel gewannen Fordham/Mardle (England) vor Van Acker/Van Barneveld (Holland) und im Damendoppel holten Gulliver/Hoenselaar den Titel vor Howat/Wright (England).

Bei der Siegerehrung konnte sich Ted Hankey von den Zuschauern feiern lassen

Brooks und McNally siegen beim Warm-Up
Zum Begrüßungsturnier am Freitagabend traten 143 Doppel an, was bereits auf den ausnehmend guten Besuch in diesem Jahr hinwies. Mit 1173 Herren, 244 Damen, 107 Jungen und 35 Mädchen in den Einzeln sowie 370 Herrendoppeln und 106 Damendoppeln konnte die Gesamtbeteiligung an der German Open gegenüber dem Vorjahr sogar noch um 3,3% gesteigert werden. Weit über ein Drittel aller Teilnehmer war aus dem Ausland angereist.
Unter den letzten Acht im Warm-Up-Doppel setzten sich ausnahmslos die ausländischen Gespanne durch. Zwar hielten die für Stade spielenden Geselle/Guterl gegen die Dänen Jensen/Sörensen recht gut mit, unterlagen am Ende aber doch mit 1:3. Böhmert/Puls aus dem Schwäbischen mußten sich mit Korhonen/Olofsson aus Schweden ebenfalls zwei Skandinaviern mit 0:3 beugen.
Auch gegen Österreichs Suljovic/Thaler gab es keinen deutschen Sieg, denn Artut/Meyer-Schlüter gewannen hier kein Leg. Erst im Halbfinale mußten sich die Österreicher dann mit 1:3 gegen Korhonen/Olofsson geschlagen geben. Die Briten Brooks/McNally verhinderten mit ihrem 3:1 Erfolg gegen Jensen/Sörensen ein skandinavisches Endspiel.
Der Vorjahresdritte im Einzel Mick Brooks gewann dieses Finale mit Partner Steve McNally 3:0 gegen Markus Korhonen und dessen Partner Jonas Olofsson. Es war dies beim immer beliebter werdenden Warm-Up der sechste Sieg in Folge für britische Doppel.

Mick Brooks und Steve McNally gewannen das Warm-Up-Doppel am Freitagabend

Gulliver und Hoenselaar im Damendoppel vorn
Mit 106 Zweierteams erfuhr das Damendoppel, welches am Samstag ausgetragen wurde, eine deutliche Teilnahmesteigerung gegenüber 91 Doppeln im Vorjahr. Nur zwei deutschen Doppeln gelang es, sich unter die letzten Acht zu spielen. Pichol/Ruschke schafften dies mit einem 3:1 gegen die Bremerinnen Kosmalla/Müller und Ernst/Strauch bezwangen die Holländerinnen Bakker/Rommelingh mit 3:0.
Im Viertelfinale gab es für die beiden DDV-Doppel dann allerdings kein Leg mehr zu gewinnen. Ernst/Strauch unterlagen überraschend deutlich gegen De Boer/Pruim (Holland/Belgien) und Pichol/Ruschke verloren gegen die Titelverteidigerinnen Howat/Wright (England).
Im Halbfinale trafen die beiden Bezwinger der letzten Deutschen dann aufeinander, wobei sich Howat/Wright 3:1 gegen De Boer/Pruim durchsetzten. Das andere Halbfinale gewannen die Top-Favoritinnen Gulliver/Hoenselaar mit 3:1 gegen das schwedische Nationalteam Ekberg/Korpi.
Das 1. Leg des Finales holten sich Howat/Wright, die beiden nächsten gingen an Gulliver/Hoenselaar. Im 4. Leg vergaben Howat/Wright dann 3 Darts auf Doppel, nachdem auch Gulliver/Hoenselaar zunächst nicht checken konnten - sich dann aber schließlich doch mit einem 26-Darter den Titel sicherten. Die Averages dieses ein wenig verschlafenen Finales lagen bei 22.04 für Gulliver/Hoenselaar und 19. 52 für Howat/Wright.

Die WDF-Nummern 1 und 2 Francis Hoenselaar und Trina Gulliver siegten im Damendoppel

Christian Block besiegt Shaun Greatbatch
Hatten die Damendoppel erst um 17:00 Uhr begonnen, so war man mit dem Herreneinzel am Samstag bereits um 10:00 Uhr morgens gestartet. Unter dem riesigen Anteil ausländischer Top-Spieler befanden sich auch 12 der aktuellen WDF-Top-16 Spieler! Von den deutschen Top-50 waren 45 Spieler am Start.
Mit Tomas Seyler und Michael Leithaus-Diepenseifen fielen in Runde 3 zwei der DDV-Top-5 aus dem Rennen. Tomas unterlag dem aus England angereisten Martin Atkins und Michael verlor gegen den Belgier John Snyjers.
Im Boardhalbfinale schied dann auch DDV-Nr. 1 Colin Rice nach einer Niederlage gegen den Hessen Holger Frommann aus. Überraschend verlor hier auch Andree Welge gegen den stark spielenden Michael Kartik.
Als die Sieger der 64 Boards gegeneinander spielten waren nur noch 14 Deutsche mit dabei, wovon nun noch 9 weitere ausschieden. Holger Frommann dagegen setzte sich mit 3:1 gegen Patrik de Bakker (Belgien) durch, Joachim Paul gewann 3:0 gegen den Belgier Miguel Germonpre. Rainer Haaß erreichte die letzten 32 mit einem 3:2 Erfolg gegen Jean-Paul van Acker, der immerhin Raymond Barnevelds Doppelpartner ist.
Clarence Sauzier gewann den deutschen Vergleich gegen den zuletzt so erfolgreichen Jörg Neumann (Duisburg) mit 3:0. Die größte Sensation schaffte hier jedoch Christian Block (Recklinghausen). Er siegte glatt mit 3:0 gegen Shaun Greatbatch, der zuletzt beim Dutch-Open-Finalsieg einen 9-Darter gespielt hatte. Nur einen einzigen Dart auf Doppel hatte Shaun gegen Chris. Die zweite Sensation gelang unter den letzten 64 gelang dem Italiener Sergio Pettarini als er mit Andy Fordham einen der Top-Favoriten 3:2 aus dem Turnier warf.
Leider gelang in der Runde der letzten 32 keinem der 5 verbliebenen Deutschen der Einzug ins Achtelfinale. Am ehesten hätte dies Holgi Frommann schaffen können, doch der machte gerade gegen Tony Eccles (England) nach eigenen Angaben sein schwächstes Spiel im Turnier und verlor knapp mit 2:3.
Chris Block konnte bei seinem 1:3 gegen Gary Robson (England) immerhin ein Leg holen. Jockel Paul, Clarence Sauzier und Rainer Hase Haaß unterlagen ihren Gegnern Matt Clark, Erik Clarys bzw. Martin Adams allesamt mit 0:3. - Das Achtelfinale verlief anschließend ohne Überraschungen.

Im Viertelfinale zwischen Raymond van Barneveld und Martin Adams fielen zehn 180er

Ab dem Viertelfinale im Herreneinzel nur noch Superdarts
Im Viertelfinale wurde dann best-of-3/3 gespielt, wobei Mervyn King überraschend klar mit zweimal 0:2 gegen Tony Eccles einging. Immerhin ein einzelnes Leg konnte Steve Coote bei seinem 1:2 und 0:2 gegen John Boy Walton holen.
Die beiden anderen Matches gingen über die vollen 3 Sets wobei im englischen Duell Ted Hankey 2:0, 0:2 und 2:1 gegen Tony Moran siegte. Alle 9 möglichen Legs wurden zwischen Martin Adams und Raymond van Barneveld ausgespielt. Es war eine Superpartie, die am Ende 2:1, 1:2 und 2:1 an Martin ging, der dabei vier 180er erzielte. Raymond gelangen sogar deren sechs!
Bei beiden Halbfinals war der Zuschauerandrang riesengroß - und das zu Recht! Im ersten Leg ging John Walton 1:0 in Führung, jedoch Tony Eccles warf in den beiden nächsten Legs jeweils eine 180 und gewann sie beide. Set 2 ging mit 2:0 an Walton, dem dabei auch eine 180 gelang.
Im 3. Set konnte Walton mit einem 111er-Finish die 1:0 Führung von Eccles ausgleichen, mußte das letzte Leg dann aber doch wieder an Eccles abgeben, der so trotz klar niedrigeren Averages ins Finale einzog (Averages: Eccles 28.69 - Walton 30.53).
Das zweite Halbfinale war gigantisch gut. Martin Adams gewann Set 1 in 15 und 11 Darts, Ted Hankey holte sich das zweite in 13 und 15 Pfeilen (incl. 116er-Finish). Mit einem 14-Darter ging Walton dann im 3. Set 1:0 in Führung doch Hankey sicherte sich anschließend den Einzug ins Turnierfinale mit 12 und 14 Darts. Es ergaben sich gigantische Averages von 35.34 für Hankey, der zwei 180er warf, und von 36.43 von Adams.
Tony Eccles gewann im von Martin Fitzmaurice gecallten Finale das allererste Bühnenleg, doch Ted Hankey holte sich die nächsten beiden. Set 2 sicherte sich dann Eccles mit 2:0, wobei er zwei 180er erzielte und Hankey eine. Im 3. Set ging Eccles 1:0 in Führung und hatte im 2. Leg dann einen Checkdart auf Bullseye - traf aber nur den äußeren Ring. Hankey rettete sich mit einem 61er-Finish zum 1:1 und spielte dann einen 12-Darter zum Set.
Eccles lag im 4. Set zunächst nach Punkten in Führung, konnte jedoch nicht checken und Hankey machte dicht. Eccles startete das zweite Leg mit einer 180 und gewann es auch. Im 3. Leg war es dann Hankey, der mit einer 180 begann, und diesmal konnte Eccles nicht mithalten. Er stand auf 110 Rest als Hankey seinen Turniersieg mit einem 15-Darter zum 2:1, 0:2, 2:1 und 2:1 sicherstellte. Wie so oft an diesem Tage hatte der Zweitplazierte Tony Eccles mit 30.56 sogar den etwas besseren Average. Sieger Ted Hankey erzielte 30.04 Punkte pro Dart.

Tony Eccles unterlag im Herrenfinale der German Open gegen den neuen Champion Ted Hankey

Turnier der Jungen platzte aus allen Nähten
Am Sonntag liefen u.a. die Jugendeinzel, und DDV-Jugendleiterin Astrid Kamm war angesichts des Andrangs einigermaßen überrascht. Mit 107 Jungen und 35 Mädchen war die German Open 2002 das bislang größte Jugendturnier Deutschlands.
Bei den Jungen waren 66 Starter aus den Benelux-Staaten angereist, in der Hauptsache natürlich Holländer, denn unser Nachbarland erlebt zur Zeit einen wahren Dartboom. Das wirkte sich natürlich auch sportlich aus, denn drei der vier Halbfinalisten kamen aus den Niederlanden.
Im rein holländischen Halbfinalduell setzte sich mit Joppe Bakens der Sieger von Bremen und Dortmund mit 2:0 und 2:1 gegen Wilbert van Koerten durch. Das andere Halbfinale gewann der erst 12-jährige Nick Stoeckenbroek mit 2:0, 0:2 und 2:1 gegen Michael Stübs aus Karlsruhe. Michael war mit seinem 3. Platz bester Deutscher, gefolgt von Kevin Münch (Bochum), der das Viertelfinale knapp mit 2:3 gegen Nick Stoeckenbroek verloren hatte.
Es wurde ein sehr spannendes Jungenendspiel in dem Joppe mit 1:0 in Führung ging. Nick schaffte zwar den Ausgleich doch Joppe sicherte sich anschließend das 1. Set mit 2:1. Das 2. Set ging dann mit 2:1 an Nick, womit die Entscheidung im 3. Durchgang fallen musste.
Der anderthalb Köpfe kleinere Nick ging hier mit 1:0 Führung als Joppe mehrfach sein Doppel verpaßt hatte. Auch im 2. Leg hatte Joppe Double-Trouble und Nick hatte die Chance mit einem 132er-Finish zum Match zu checken.
Doch das Finish mißlang, und Joppe sicherte sich dann doch noch die Legs 2 und 3 - und hat damit alle 3 deutschen WDF-RLTs in Folge gewonnen (Averages: Joppe 22.38 - Nick 21.62)! Riesenapplaus gab es aber auch für seinen Nick, dem man eine große Zukunft voraussagen darf!

Der erst 12-jährige Nick Stoeckenbroek unterlag im Jungenfinale knapp gegen Joppe Bakens

Deutsches Mädchenfinale mit Nicole und Yvonne
Bei den Mädchen kamen 13 der 35 Spielerinnen aus dem Ausland. Unter den letzten 16 war es dann genau die Hälfte. Bereits hier kam es zur vorzeitigen Neuauflage der letzten 3 DDV-Finals zwischen Nicole Osthues und Nadine Meyenburg. Nicole setzte sich mit 3:1 durch.
Das Halbfinale erreichten dann mit Nicole Osthues und Yvonne Bliß die beiden Spielerinnen, die drei Wochen zuvor für den Jugend-Europa-Cup nominiert worden waren. Sie hatten jeweils holländische Gegnerinnen, womit für Spannung gesorgt war.
Nadines Gegnerin Tamara Hendricks kam nie richtig ins Spiel. Die auf hohem Niveau spielende Nicole erzielte das 2:0 mit Bullfinish, und lag auch in Leg 3 vorn - als ihre Gegnerin mit Kreislaufproblemen aufgab und sich zu den Sanitätern begeben mußte. Insbesondere Nicole war heilfroh, als es der jungen Holländerin dann später wieder besser ging.
Das zweite Halbfinale war sehr spannend. Yvonne Bliß geriet gegen Sylvia Knops erst 0:1 in Rückstand, ging dann 2:1 in Führung - und schließlich stand es 2:2. Das letzte Leg entschied wieder Yvonne für sich, womit es im Finale zum Aufeinandertreffen der DDV-Nummern 1 und 3 kam.
Yvonne ging dort gegen Favoritin Nicole in Führung, bevor Nicole zwei saubere 20-Darter hinlegte und nun selbst 2:1 führte. Im 4. Leg hatte die zuvor so sichere Nicole dann große Probleme mit dem Doppel, das sie 21 Darts lang verpaßte, bevor sie dann schließlich doch den Matchdart zum 3:1 setzen konnte.
Trotz des verschlafenen ersten und letzten Legs erreichte Nicole den guten Mädchen-Average von 16.81. Für Yvonne, die sich vom 3. auf den 2. Platz in der Rangliste verbesserte, standen 13.50 Punkte pro Dart zu Buche.

Nicole Osthues siegte im Mädchenfinale gegen ihre neue Nationalteam-Kollegin Yvonne Bliß

Francisca und Trina mit Darts vom anderen Stern
Die German Open sah am Sonntag das beste Damenfeld, welches jemals auf deutschem Boden an den Start ging. Alle 14 Europäerinnen, die sich zur Zeit unter den Top-22 der WDF-Weltrangliste befinden, waren diesmal nach Herne gereist - darunter auch die kompletten Top-9!
Eine Riesenüberraschung schaffte in Runde 3 Gisela Dietz, die Ehefrau des DDV-Präsidenten Bernd Dietz, als sie WDF-Nr. 4 Crissy Howat aus dem Rennen werfen konnte! In der gleichen Runde schied mit der Schweizerin Lisa Huber auch die WDF-Nr. 15 gegen die Nr. 18 Roelie Bakker (Holland) aus.
Im Achtelfinale standen dann je 3 gesetzte und 3 ungesetzte Deutsche. Heike Ernst unterlag hier genauso hoch mit 0:3 gegen Mieke de Boer wie Astrid Kamm gegen Francis Hoenselaar verlor. Knapper ging es da bei Silke Goebel her, die am Ende aber doch mit 2:3 gegen Vicky Pruim verlor.
Bei den ungesetzten DDV-lerinnen kam das Aus mit jeweils 1:3, wobei Gisela Dietz gegen Karin Krappen (Holland) und Gabi Vollbrecht gegen Carina Ekberg (Schweden) verloren. Die aus Ungarn stammende Deutsche Marene Racz unterlag 0:3 gegen WDF-Nr. 1 Trina Gulliver.
Das Viertelfinale fand also unter Ausschluß der DDV-Damen statt. Mieke de Boer überraschte nicht nur ihre Doppelpartnerin Vicky Pruim, als sie diese mit 3:1 aus dem Rennen warf. Ebenfalls mit 3:1 gewann Francisca Hoenselaar gegen Carina Ekberg.
Während das 3:0 von Trina Gulliver gegen Tricia Wright durchaus im Rahmen lag, staunte doch manch einer über den hohen 3:0 Sieg von Karin Krappen gegen Schottlands große alte Dame Anne Kirk. Damit standen 3 Holländerinnen und eine Engländerin im Halbfinale.
Francisca Hoenselaar war groß in Form und erzielte gleich mit ihrem ersten Wurf eine 180. Das Leg gewann sie auch aber Mieke de Boer konnte ausgleichen. Das Set ging nach dem anschließenden 14-Darter aber doch an die WDF-Nr. 2.
Mieke ging im 1. Leg des 2. Sets in Führung, doch Francisca warf danach eine 180 und glich aus. Mit einem 21-Darter stellte Francisca das zweifache 2:1 und damit den Sieg sicher. Francisca erreichte dabei einen Superaverage von 29.65 und Mieke ansehnliche 25.22.
Nicht ganz (aber beinahe) so hochklassig war das zweite Halbfinale. Karin Krappen gewann das 1. Leg, doch Trina Gulliver holte sich das Set mit den gewonnenen Legs 2 und 3. In Set 2 ging Trina in Führung, die Karin aber ausgleichen konnte. Jedoch 21 Pfeile später hatte sich dann doch Trina mit 2:1 und 2:1 durchgesetzt (Averages: Gulliver 27.06 - Krappen 25.41).
Im Finale auf der Bühne ging Francisca Hoenselaar dann 1:0 in Führung, doch Trina konnte den Set noch 2:1 gewinnen. Francis sicherte sich dann Set 2 mit 2:0 und so mußte Set 3 die Entscheidung bringen.
Hier warf die Holländerin gleich eine 180 und ging 1:0 in Führung, doch die beiden nächsten Legs holte Trina. Mit diesem 2:1 im 3. Set war aber noch nicht Schluß, denn es wurden 2 Legs Vorsprung benötigt. Francisca glich zunächst aus aber Trina ging erneut in Führung.
Die nächsten beiden Legs gingen knapp an Francisca, die dann bei 4:3 Führung das 8. Leg des 3. Sets mit drei 140ern in Folge begann! Nach der anschließenden 41er-Aufnahme benötigte Francisca dann bei 40 Rest noch 3 Darts, bis sie die Doppel-10 zum Match traf.
Damit gewann die Holländerin nach 1996, 2000 und 2001 bereits zum 4. Mal den Titel im Dameneinzel. Die einmal mehr ganz ausgezeichneten Averages lagen bei 26.37 für Francisca und bei 25.91 für Trina.

Francis Hoenselaar gewann das Damenfinale der German Open gegen Trina Gulliver

Fordham und Mardle vor Van Acker und Van Barveveld
Zweiter Hauptwettbewerb des Sonntags war das Herrendoppel. an dem 370 Zweierteams teilnahmen. Angesichts der starken internationalen Konkurrenz wurde es auch hier sehr schwer für die DDV-Spitze. Gleich in Runde 1 bekamen dies Backes/Rice bei ihrer Niederlage gegen McKay/Peacock (England) zu spüren.
Eine Runde weiter mußten sich auch Seyler/Welge gegen die Holländer Franken/Tissen geschlagen geben. Im Boardhalbfinale unterlagen Leithaus-Diepenseifen/Paul gegen die Engländer Griffiths/Savvery.
Wohltuend war da der Sieg von Andy Kröckel, der mit dem österreichischen Embassy-Teilnehmer Mensur Suljovic zusammenspielte, gegen die englische Kombi aus Tony Moran und Shaun Greatbatch.
Unter den letzten 32 gewannen die beiden dann auch noch 3:1 gegen Geoff Wylie (Nordirland) und Pascal Rabau (Belgien) und standen so unter den letzten 16. Das schaffte auch noch ein rein deutsches Doppel. Rainer Haaß (R´hausen) und Tobias Bock (Klein-Auheim) setzten sich 3:2 gegen die Engländer Grifftth/Savery durch.
Unter den letzten 16 mußten sich Kröckel/Suljovic erst nach großer Gegenwehr knapp mit 2:3 gegen Hankey/Walton geschlagen geben, die tags zuvor im Einzel immerhin Platz 1 und 3 belegten. Bock/Haaß unterlagen da schon klarer mit 0:3 gegen Jean Paul van Acker und Raymond van Barneveld. Ihnen blieb jedoch der Trost mit Platz 9 bestes deutsches Doppel geworden zu sein.
Sieben britische und ein holländisches Doppel standen dann im Viertelfinale, wobei sich die einzigen Nicht-Briten V.Acker/V.Barneveld mit einem 3:1 Erfolg gegen Fitton/Routledge ins Halbfinale spielten, wo sie dann auch noch mit 0:2, 2:1 und 2:1 hauchdünn gegen die Warm-Up-Sieger Coote/O´Shea gewannen.
Fordham/Mardle hatten ihr Viertelfinale knapp mit 3:2 gegen Matt Clark und Tony Smith gewonnen, dann aber im Halbfinale ein bemerkenswertes 2:0 und 2:0 gegen die konsternierten Top-Favoriten Adams/King hingelegt.
Auch im Bühnenfinale machten Fordham/Mardle mit ihren holländischen Gegnern kurzen Prozeß. In 20, 21, 15 und 18 Darts holten sie den Titel ohne bei ihrem 2:0 und 2:0 Erfolg auch nur ein einziges Leg abzugeben. Die Final-Averages von 27.08 für Fordham/Mardle und von 25.17 für Van Acker und Van Barneveld blieben allerdings recht deutlich hinter denen in Herren- und Dameneinzel zurück.
Damit endete eine stimmungsvolle German Open, deren Ablauf einmal mehr sehr reibungslos und harmonisch war. Einzige Ausnahme war hierbei ein Vorfall beim Jugendeinzel, der zu einer unschönen Rangelei führte - und absolut überflüssig war. Freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn die 15. German Open 2003 hoffentlich wieder möglichst viele Dartspieler/-innen aus ganz Europa nach Herne ziehen wird.

Andy Fordham und Wayne Mardle aus England gewannen das Doppelfinale sehr sicher

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

23./24. Februar 2002 WDF Dortmund Open

Erik Clarys und Heike Ernst holen die Titel bei der WDF/DDV Dortmund Open 2002

Am 23./24. Februar 2002 fand in der Heinrich-Böll-Gesamtschule die WDF/DDV Dortmund Open statt. Zum siebten Mal war Dortmund zugleich auch WDF-RLT. Wie schon zweimal zuvor gewann bei den Herren der Belgier Erik Clarys den Titel, als er im Finale Alain van Bouwel aus Holland bezwang. Bei den Damen holte sich Heike Ernst zum vierten Mal in Folge den Sieg, diesmal vor Kitty Boshuizen (Holland). In den Jugendeinzeln siegten Joppe Bakens (Holland) vor Danny Klimek und Nicole Osthues gewann vor Nadine Meyenburg. Hauchdünn sicherte sich Erik Clarys mit seinem Partner Tanguy Borra gegen Manfred Bilderl und Alexander Köhler auch den Doppeltitel. Im Endspiel des Damendoppels siegten Heike Ernst und Bianka Strauch gegen Silke Rollert und Trixi Zimmermann.

Halbfinals der Herren: Vorn unterliegt Rainer Haaß gegen
Alain vam Bouwel, hinten siegt Erik Clarys gegen Luc Bogaert

Rainer Haaß spielte sich mit Klassedarts bis ins Halbfinale
Bei den Herren hatten 448 Spieler gemeldet. Vorjahressieger Dirk Rosseel aus Belgien war allerdings nicht dabei. In diesem Jahr waren Cracks aus Belgien, Holland, Österreich und der Schweiz angereist, wobei traditionsgemäß das belgische Kontingent am beachtlichsten war. Die deutsche Spitze war bis auf DDV-Nr. 2 Thomas komplett vertreten.
Bereits in Runde 3 schied DDV-Nr. 1 Colin Rice gegen den groß aufspielenden Rainer Haaß (Recklinghausen) aus. Zuvor hatte Nationalspieler Ulrich Meyer-Schlüter gegen den Hessen Thomas Mai verloren. In den 16 Gruppenfinals der letzten 32 gab es dann weitere Überraschungen.
Hier machten einige Spieler aus der zweiten Reihe von sich Reden. So gewann der für Bochum spielende Volker Beckmann 3:2 gegen Wolfgang Boge und Alain van Bouwel warf Geheimtip Marcel Schmidt mit 3:2 aus dem Rennen. Auch Embassy-Teilnehmer Andree Welge zog hier mit 1:3 gegen den Belgier Stephan Deprez den Kürzeren.
Nur noch sechs Deutsche traten dann unter den Letzten 16 zum Achtelfinale an. Dabei kam es zu zwei DDV-internen Vergleichen, wobei sich Rainer Haaß mit 3:1 gegen Volker Beckmann durchsetzte und Jörg Neumann 3:0 gegen Tomas Seyler gewann.
Auch Thomas Mai hatte sich inzwischen bis ins Achtelfinale gespielt und bezwang hier auch noch den Belgier Werner Kegels mit 3:1. Damit stand er überraschend neben Rainer Haaß und Jörg Neumann als einer von drei Deutschen unter den letzten Acht.

Rainer Haaß belegte gemeinsam mit Luc Bogaert einen hervorragenden Platz 3 im Herreneinzel

Erik Clarys gewinnt gegen Alain van Bouwel überlegen seinen dritten Einzeltitel
Im Viertelfinale unterlag der bei uns so beliebte Wiel Schreurs mit 0:2 und 1:2 gegen den Belgier Luc Bogaert und Top-Favorit Erik Clarys setzte sich gegen den immer weiter in die absolute DDV-Spitze drängenden Jörg Neumann mit zweimal 2:1 durch.
Besser sah es zunächst bei Thomas Mai aus, der den 1. Set gegen Alain van Bouwel mit 2:1 gewann. Die nächsten beiden musste er allerdings mit 1:2 und 0:2 abgeben. Zumindest ein Deutscher sollte den Sprung ins Halbfinale dann aber doch schaffen. Rainer Haaß kämpfte den starken Belgier Guy Christyn mit 2:0, 1:2 und 2:1 nieder - und feierte mit dem Einzug ins Halbfinale seinen bislang größten DDV-Erfolg.
Im Halbfinale schien der zuvor so selbstbewußte Rainer Haaß dann erstmals ein klein wenig gehemmt. Zwar gewann Hase in beiden Sets jeweils das 1. Leg, doch Alain ließ ihn in den 4 anderen Legs dann nicht mehr auf Doppel kommen. So siegte Alain van Bouwel mit zweimal 2:1 und zog ins Finale ein. Im anderen Halbfinale, das auf deutlich höherem Niveau stand, gewann Erik Clarys mit zweimal 2:0 gegen Luc Bogaert.
Das Endspiel wurde dann ganz eindeutig von Erik Clarys bestimmt. Stand sein Gegner Alain von Bouwel im ersten Leg noch bei Tops Rest als Erik zum 18-Darter dichtmachte, so blieben beim anschließenden 14-Darter von Erik bereits 269 Punkte für seinen Gegner stehen.
Mit einem 17-Darter begann Erik Set 2 und Alain blieb auf 210 Punkten hängen, konnte dann jedoch Leg 2 in 23 Pfeilen gewinnen. Mit einem 20-Darter fuhr Erik dann auch das 2. Set ein.
Im 3. Set hielt Alain dann wieder etwas besser mit, konnte aber auf 12 und 36 Rest stehend trotzdem nur zusehen wie Erik in 17 und 23 Darts zum 2:0, 2:1 und 2:0 - und damit zu seinem insgesamt dritten Einzeltitel in Dortmund - zuzog. Erik Clarys erreichte dabei einen Average von 26.95 während für Alain van Bouwel 23.32 Punkte pro Dart errechnet wurden.

Zum dritten Mal gewann Erik Clarys die WDF Dortmund Open, sein Finalgegner war Alain van Bouwel

Starke Schweizerinnen belegten am Ende Platz 3 und Platz 5
Bei den 147 Damen, die zu den Einzeln gemeldet hatten, waren die DDV-Top-20 komplett vertreten. Die ganz großen Namen aus dem Ausland fehlten allerdings, so daß sich die Favoritenbürde auf mehrere starke Spielerinnen aus Holland, Belgien und der Schweiz verteilte - nicht zu vergessen die DDV-Top-Ladies.
Die ausländischen Top-Seeds hatten in ihren Gruppen so gut wie keine Probleme. Von den Deutschen Spitzenspielerinnen erwischte es jedoch drei bereits in Runde 2. So mußte sich Trixi Zimmermann hier gegen die Dortmunderin Alexandra Disselhoff geschlagen geben. Astrid Kamm unterlag gegen die Recklinghäuserin Heidrun Peiks, und Andrea Beushausen schied gegen Marion Pichol (Recklinghausen) aus.
In den Gruppenfinals der letzten 32 setzten sich fast durchweg die favorisierten Spielerinnen durch. Zehn Deutsche standen dann im Achtelfinale drei Holländerinnen, zwei Schweizerinnen und einer Belgierin gegenüber.
Prächtig hielt sich dabei die Hamburgerin Jana Riemann, die am Ende aber doch 2:3 gegen WDF-Nr. 10 Sandra Pollet unterlag. Silke Goebel setzte mit ihrem 3:1 Erfolg gegen Karin ten Kate (Holland) ihren Weg in die deutsche Spitze fort, und Silke Kurzhals verlor zwar 0:3 gegen die Schweizer Nr. 1 Lisa Huber, durfte sich aber über einen starken 9. Platz freuen.

Stark präsentierten sich die Schweizerinnen: Sabine Beutler
wurde Fünfte und Lisa Huber belegte Platz 3 - hinten Manuela Ott

Heike Ernst mit Finalsieg gegen Kitty Boshuizen zum 10. Mal in Dortmund siegreich
Im Viertelfinale trafen mit Lisa Huber und Sabine Beutler die beiden Top-Schweizerinnen aufeinander, wobei sich Lisa mit 3:1 durchsetzte. Im deutschen Duell gewann die DDV-Nr. 2 Bianka Strauch 3:1 gegen Silke Goebel und in einer Partie ohne deutsche Beteiligung siegte Kitty Boshuizen (Holland) überraschend deutlich mit 3:0 gegen Sandra Pollet. Im letzten Viertelfinale gewann Heike Ernst gegen die holländische Nationalspielerin Roelie Bakker mit 3:1.
In einem hochklassigen Halbfinale gewann Lisa Huber den ersten Set mit 2:0 gegen Heike Ernst und wartete auch in Set 2 mit starken Scores auf. Doch Heike konnte immer wieder kontern und sicherte sich ihrerseits Set 2 mit 2:0 und Set 3 mit 2:1.
Das zweite Halbfinale war ebenso stark wie das erste. Die Doppel schienen für Bianka Strauch allerdings wie vernagelt zu sein. Die Hessin machte eines ihrer besten Spiele überhaupt, doch alle ihre Darts auf Doppel kratzten leider von außen am Draht. Gegnerin Kitty Boshuizen konnte schließlich trotz zweier 180er von Bianka mit 2:0 und 2:1 gewinnen.
Im Finale auf der Bühne gewann Heike Ernst das 1. Leg in 20 Darts, doch Kitty glich ebenfalls mit einem 20-Darter aus. Anschließend sicherte sich Heike das Set mit einem 24-Darter wobei Kitty auf 140 Rest stehenblieb.
Im 2. Set ging Kitty mit einem 106er-Finish (18 Darts) in Führung. Doch ein 24-Darter von Heike mit 74er-Finish brachte erneut das 1:1. Als Kitty im dritten Leg ihr Doppel nicht traf nutzte die Deutsche dies und setzte den Matchdart zum 22-Darter während die Holländerin auf 5 Rest stand.
Die Averages waren mit 23.74 für Heike und 21.58 für Kitty recht stark, wenn auch nicht mehr ganz so hoch wie die im Halbfinale erreichten Werte. Für Heike war es bereits der 10. DDV-RLT-Sieg in Dortmund und der vierte in Folge seit das Turnier zusätzlich den WDF-Status hat.

Die Holländerin Kitty Boshuizen unterlag im Damenfinale gegen die nun zehnfache Siegerin Heike Ernst

Danny Klimek bei den Jungen erst im Finale von Joppe Bakens geschlagen
Über ein Drittel mehr Jungen als noch im Vorjahr gingen bei der männlichen Jugend an den Start, so daß sich Jugendleiterin Astrid Kamm über 51 Starter freuen konnte. Darunter befanden sich auch 12 holländische Kids, die der Dartboom in unserem Nachbarland nach Dortmund getrieben hatte.
Während im Viertelfinale mit Christopher Klimek und Kevin Münch zwei der drei letzten Deutschen im Wettbewerb gegen ihre holländischen Gegner unterlagen, zeigte sich Danny Klimek als wahrer Fels in der Brandung.
Danny, der von seinem Zwillingsbruder Christopher nur an seinem Ohrring zu unterscheiden ist, siegte gegen drei Top-Holländer in Folge mit jeweils 3:2. Im Achtelfinale gewann er gegen Ramon Schellekens, im Viertelfinale bezwang er den Jugend-Europameister Joey ten Berge und im Halbfinale setzte er sich gegen den Gold-Cup-Finalisten Wesley Daniels durch!
Den holländischen Vergleich im anderen Halbfinale hatte Joppe Bakens mit 3:1 gegen Stevie Mo-reira gewonnen und damit stand der Jungen-Sieger des Bremer Gold-Cups gegen Danny Klimek im Dortmunder Finale.
Hier war dann allerdings auch für den zuvor so starken Danny Schluß. Zwar zeigte der Marler bei seinem ersten ganz großen Finale keinerlei Bühnenscheu doch Joppe Bakens war hier ganz einfach der Stärkere. Mit zweimal 2:0 gewann der junge Niederländer in 20, 20, 27 und 17 Darts, und Danny kam dabei nur in einem einzigen Leg auf Doppel (Averages: Bakens 23.86 - Klimek 20.19).

Danny Klimek setzte sich gegen drei Holländer durch und verlor erst im Finale gegen Joppe Bakens

Zum 3. Mal in Folge gewinnt Nicole Osthues Mädchenfinale gegen Nadine Meyenburg
Mit 12 Starterinnen, darunter auch drei Holländerinnen, war das Mädchenturnier diesmal nicht ganz so gut besetzt wie im Vorjahr. Dennoch bekam man sehr ansprechende Leistungen zu sehen, was unter Anderem die von der Berlinerin Nadine Meyenburg erzielte 180 nachweist.
Nach den Gruppenspielen kam es zu einem Kuriosum, denn es ergaben sich ganz genau die gleichen Halbfinalbegegnungen wie einen Monat zuvor in Bremen! Noch etwas deutlicher als in Bremen konnte sich dabei DDV-Nr. 1 Nicole Osthues mit 3:0 gegen die Holländerin Paula de Vries durchsetzen - und Nadine Meyenburg gewann genauso hauchdünn mit 3:2 gegen Yvonne Bliß wie vier Wochen zuvor.
Auch wenn das Finale erneut mit 3:0 für Nicole Osthues ausging so war die Angelegenheit diesmal doch bedeutend enger. Nadine Meyenburg stand nämlich in allen 3 Legs auf Doppel, als Nicole in 27, 32 und 32 Darts zum 3:0 Sieg checkte. Auch die Averages lagen nach diesem wirklich guten Mädchenfinale viel näher zusammen. Nicole erreichte 16.52 und Nadine erspielte sich 16.04 Punkte pro Dart.

Zum 3. Mal in Folge belegte Nadine Meyenburg bei den Mädchen Platz 2 hinter Nicole Osthues

Backes/Rice beim Herrendoppel bereits in Runde 3 ausgeschieden
Bei den 118 Herrendoppeln waren die Belgier Clarys/Borra favorisiert, aber auch die Vorjahressieger Seyler/Welge standen hoch im Kurs. Gleich in der dritten Runde unterlagen die Mitfavoriten Volker Backes und Colin Rice mit 0:3 gegen die bayerische Kombination aus Manfred Bilderl und Alexander Köhler.
Im Gruppenfinale der letzten 16 setzten sich die Bochumer Kröckel/Nett gegen die Belgier Maes/Paap durch und Leithaus-Diepenseifen/Paul gelang ein 3:0 Erfolg gegen den Vortagsfinalisten Alain van Bouwel, der mit dem Vorjahresdritten im Doppel, Dene Conway, zusammenspielte. Im Viertelfinale sorgten die Bochumer dann auch noch dafür, daß ihre Vereinskameraden Kröckel/Nett nach einer 2:3 Niederlage aus dem Rennen waren.
Zwei der belgisch-deutschen Vergleiche fielen an die Belgier, wobei Huylebroeck/Van de Voort gegen Seyler/Welge und Borra/Clarys gegen Artut/Meyer-Schlüter mit jeweils 3:2 siegten. Einzig Bilderl/Köhler konnten diesen Vergleich mit einem 3:2 Erfolg gegen Christyn/Minnebach für sich entscheiden.

Manfred Bilderl und Alexander Köhler überraschten im Herrendoppel alle und belegten den 2. Platz

Borra/Clarys gewinnen Doppelfinale hauchdünn gegen Bilderl/Köhler
Im innerdeutschen Halbfinalvergleich setzten sich nach Kampfbetontem Spiel erneut Bilderl/Köhler durch, diesmal mit 2:1, 0:2 und 2:1 gegen Leithaus-Diepenseifen/Paul. Im anderen Spiel hatten Borra/Clarys mit zweimal 2:1 das bessere Ende gegen Huylebroeck/van de Voort für sich.
Nachdem Bilderl/Köhler den belgischen Favoriten im Bühnenendspiel das 1. Leg bereits in 18 Darts abgenommen hatten, checkten sie im zweiten mit einem 116er-Finish zum 21-Darter und hatten das 1. Set gewonnen ohne daß ihre favorisierten Gegner auf Doppel gekommen wären!
Im 2. Set war es dann genau umgekehrt, denn die beiden Deutschen hatten jeweils eine dreistellige Restpunkzahl, als die Belgier die beiden Legs in 15 und 12 (!) Darts gewannen. - Die Belgier gingen dann in Set 3 nach 21 Darts in Führung, was die Deutschen aber mit einem sehenswerten 14-Darter ausgleichen konnten.
Das allerletzte Leg mußte also entscheiden. Hier waren die Deutschen Vorleger, und als die Belgier noch 135 Rest hatten traf Alexander Köhler mit seinem dritten Dart statt die geforderten Tops zum Match die Doppel-1. Die Belgier stellten sich mit einem 95er-Wurf nun ihrerseits Tops zum Match, doch erst war noch Manfred Bilderl dran.
Haarscharf verfehlte Manfred die Doppel-19. Auch Dart Nr. 2 ging knapp daneben und es blieben schließlich 19 Rest. Tanguy und Erik bedankten sich und gewannen mit einem 21-Darter das beinahe schon verlorene Spiel! Bei diesem besten Finalspiel des Wochenendes erreichten Tanguy und Erik einen Average von 27.07. Manfred und Alex hatten 25.27 zu Buche stehen und durften wirklich stolz auf ein sensationell starkes Turnier sein.

Erik Clarys und Tanguy Borra holten erstmals den Dortmunder Titel im Herrendoppel

Nur wenige Überraschungen im Damendoppel
Bei den 38 Damendoppeln wurden Heike Ernst und Bianka Strauch, die in den letzten 3 Jahren jeweils den Doppeltitel gewonnen hatten, auch diesmal ihrer Favoritenrolle gerecht. Ohne Probleme zog man in das Halbfinale ein und siegte auch hier gegen die bestens aufgelegten Hamburgerinnen Andres/Pries mit 2:0 und 2:1.
Die Mitfavoritinnen Kamm/Vollbrecht scheiterten dagegen bereits in ihrem ersten Gruppenspiel überraschend gegen Anja Silies und Steffi Schipp, die dann bis ins Viertelfinale gelangten und erst dort gegen Andres/Pries unterlagen. Weitere Überraschungen gab es in den Gruppen nicht.
In den Viertelfinals der unteren Tableauhälfte gewannen Sabine Beutler (Schweiz) und Marjo Doek (Holland) 3:2 gegen Beushausen/Niederau und Goebel/Zimmermann setzten sich mit 3:0 gegen die Schweizerinnen Huber/Ott durch. - Auch im Halbfinale zeigten Goebel/Zimmermann ihre Klasse und siegten 2:0 und 2:1 gegen Doek/Beutler.

Ein tolles Doppelfinale boten Silke Rollert und Trixi Zimmermann
den Zuschauern und wurden schließlich Zweite

Ernst/Strauch drehen Finale gegen Goebel/Zimmermann noch um
Das Endspiel war dann sehr spannend. Goebel/Zimmermann hatten einen Traumstart und holten das erste Set klar in 23 und 22 Pfeilen. Als die beiden dann mit starkem Spiel auch noch das 1. Leg im 2. Set in 20 Darts für sich entschieden, fragte sich bereits der Eine oder Andere, ob es nach vier Jahren die erste Doppelniederlage für Heike und Bianka in Dortmund geben würde. Doch die beiden kamen zurück!
Die Recklinghäuserinnen schienen so kurz vor dem Sieg nun plötzlich Nerven zu bekommen und hielten nun das zuvor sehr hohe Niveau nicht mehr. In 26 und 17 Darts drehten Ernst/Strauch das 2. Set noch um und gewannen anschließend das dritte in 21 und 33 Darts sogar mit 2:0. Damit blieb man hier auch im vierten Jahr in Folge ungeschlagen!
Einmal mehr war die WDF/DDV Dortmund Open eine durchweg gelungene Veranstaltung. Besonders erfreulich war der diesmal zu verzeichnende leichte Teilnehmeranstieg, der sich nach augenblicklichem Stand der Dinge auch bei der anstehenden WDF/BDO/DDV German Open in Herne weiter fortsetzen wird.

Zum 4. Mal in Folge gewannen Heike Ernst und Bianka Strauch das Damendoppel bei der Dortmund Open

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

26./27. Januar 2002 WDF Bremen (German Gold Cup):

Martin Adams und Vicky Pruim verteidigten beim WDF German Gold-Cup in Bremen ihre Titel

Zum 4. Mal fand am 26./27. Januar 2002 mit dem WDF German Gold-Cup das jüngste der drei deutschen Weltranglistenturniere in Bremen statt. Zum 3. Mal in Folge gewann der englische Top-Spieler Martin Adams den Titel im Herreneinzel, diesmal vor dem Hamburger Rüdiger Preuß. Auch bei den Damen konnte der Titel verteidigt werden, als die Belgierin Vicky Pruim das Endspiel gegen Trixi Zimmermann gewann. Die Jugendtitel holten im rein holländischen Jungenfinale Joppe Bakens vor Wesley Daniels und bei den Mädchen Nicole Osthues vor Nadine Meyenburg. Deutsche Meister im Mixed-Doppel wurden Heike Ernst und Andreas Kröckel vor Trixi Zimmermann und Colin Rice. Im Finale des Herrendoppels siegten Seyler/Welge gegen Granz/Lausberg und im Damendoppel waren Ernst/Strauch gegen Boshuizen/Ten Kate erfolgreich.

Herrensieger Martin Adams empfing die Trophäe bei der Siegerehrung
aus den Händen des HBDV-Präsidenten Frank Wanders

Ernst/Kröckel holen 4. Mixed-Doppel-Titel gegen Rice/Zimmermann
Bereits am Freitagabend wurde die internationale Deutsche Meisterschaft im Mixed-Doppel ausgetragen. Bestes ausländisches Mixed wurde Van Zeben/Brown. Die beiden besiegten in Runde 1 und 2 mit Viebrock/Köhler und Ruschke/R.Preuß gleich zwei aussichtsreiche deutsche Zweierteams nacheinander und scheiterten erst im Viertelfinale mit 1:3 an der Setznummer 1 Heike Ernst und Andreas Kröckel.
Im Viertelfinale setzten sich des weiteren Niederau/Nett genauso mit 3:1 gegen Heidi Peiks und Jürgen Lechtken durch wie Bedenik/Haaß gegen Gabi Janßen und Heiko Messnau gewinnen konnten. Besonders knapp war es im letzten Viertelfinale zwischen Anne Höppner und Andree Welge sowie Trixi Zimmermann und Colin Rice. Letztere konnten sich 3:2 durchsetzen und das Halbfinale komplettieren.
Im Halbfinale setzten sich Zimmermann/Rice ziemlich deutlich in nur 2 Sets mit 2:1 und 2:0 gegen Bedenik/Haaß durch, während Ernst/Kröckel im anderen Spiel doch sehr zu kämpfen hatten. Niederau/Nett gewannen den 1. Set mit 2:1, mußten die beiden nächsten Durchgänge dann aber doch mit 1:2 und 0:2 abgeben.
Auch im abschließenden Endspiel gerieten Ernst/Kröckel nach 1:2 verlorenem 1. Set in Rückstand, doch Zimmermann/Rice konnten die Führung nicht ins Ziel bringen. Zwar benötigten Ernst/Kröckel die volle Distanz von 9 Legs zum Titelgewinn, hielten schließlich aber nach jeweils 2:1 gewonnenem 2. und 3. Set doch den Siegerpokal in Händen. Es war ihr 4. Titel nach 1993, 1994 und 1996.

Heike Ernst und Andreas Kröckel gewannen am Freitagabend
in Bremen bereits ihre vierte Deutsche Mixed-Doppel-Meisterschaft

Adams nach Sieg gegen Preuss zum 3. Mal in Folge Einzelsieger
Zwar war die internationale Beteiligung in Bremen diesmal ein wenig höher als in den Jahren zuvor, die Gesamtteilnehmerzahl in den Einzeln ging jedoch um 5,7 % zurück. Die beiden ganz großen Favoriten waren Martin Adams und Mervyn King.
Die deutsche Spitze war fast komplett vertreten und die ersten Vier der Rangliste hatten wenig Mühe sich durch ihre Gruppen unter die ersten 32 zu spielen. Eine echte Sensation hatte zuvor der junge Ingo Vogt (Rinteln) mit einem 3:2 Erfolg gegen den Embassy-Finalisten Mervyn King geschafft.
Wie gut Vogt drauf war zeigt auch die Tatsache, daß er sich schließlich bis ins Viertelfinale spielte, wo er dann mit 1:2 und 0:2 gegen den Hamburger Rüdiger Preuß unterlag. Ebenso überraschend wie Vogt erreichte auch Bernhard Blanke aus Rheine das Viertelfinale. Unter den letzten Acht kam für ihn dann gegen Thomas Wille mit 1:2 und 0:2 das Aus.
Gut drauf war einmal mehr DDV-Nr. 1 Colin Rice, der im Viertelfinale den belgischen Embassy-Teilnehmer Erik Clarys mit 2:1, 1:2 und 2:0 ausschaltete. Martin Adams schließlich komplettierte mit seinem 2:0 und 2:0 Erfolg gegen Tomas Seyler das Feld der Halbfinalisten. Damit hatte der Engländer in allen 6 Matches bis dahin kein einziges Leg abgegeben!
Bereits im Halbfinale kam es dann zur Neuauflage des Finales der letzten beiden Jahre zwischen Martin Adams und Thomas Wille. Und Martins Weste blieb weiterhin blütenweiß. Er gewann mit zweimal 2:0 in 17, 16, 15 und 17 Darts gegen Thomas.
Während das erste Halbfinale so etwas wie das vorweggenommene Endspiel war, erreichte das zweite nie das gleiche Niveau. Colin Rice gewann das erste Set mit 2:0 in 21 und 22 Darts gegen Rüdiger Preuß. Doch der Hamburger konnte die Partie noch drehen und die nächsten 2 Sets in Folge in 19, 20, 18 und 21 Darts mit 2:0 und 2:0 für sich entscheiden.
Anschließend rief Klaus Wagner die Finalisten zum Endspiel auf die Bühne. Top-Favorit Martin Adams gewann das 1. Set in 17 und 18 Darts gegen einen nicht mehr so stark wie auf ebener Erde spielenden Rüdiger Preuß.
Der 2. Set war fast eine exakte Kopie des ersten und wieder fuhr ihn Adams mit zweimal 17 Darts ein. Erst im 3. Set schien Rüdiger wieder so richtig wach zu werden und stand nach 15 Darts, unter denen nun auch der erste Pfeil auf Doppel gewesen war, auf 20 Rest.
Doch Martin hatte vorgelegt und checkte auch dieses Leg mit einem 80er-Finish zum 15-Darter. Auf 42 Rest stehend mußte Rüdiger im 2. Leg dann zusehen, wie Martin 8 Rest zum 17-Darter - und damit zum erneuten Titelgewinn - dichtmachte. Daß der Sieg sehr deutlich ausfiel, zeigen auch die Averages von 29.76 für Martin und 23.92 für Rüdiger. Damit blieb Martin Adams im gesamten Turnierverlauf bis zum Titelgewinn ohne jeden Legverlust!

Rüdiger Preuß erreichte in Bremen sein erstes DDV-Einzelfinale
und unterlag dem Titelverteidiger Martin Adams auch England

Trixi Zimmermann unterliegt erst im Finale gegen Vicky Pruim
Von den 8 deutschen Damen, die gesetzt worden waren, erreichten immerhin 7 die Runde der letzten 32. Lediglich Gaby Ruschke, die als von wenigen der 138 gemeldeten Damen ein Play-Off-Spiel hatte, mußte dann bereits unter den letzten 128 gegen Beinahe-Nationalspielerin Heike Wader geschlagen geben.
Doch auch die gesetzten Ausländerinnen mußten Federn lassen. Die Holländerin Karin Krappen unterlag in Runde 3 genauso überraschend wie glatt mit 0:3 gegen Ex-DDV-Jugend-Nr.1 Rebekka Imping. Karin Krappen teilt sich zur Zeit Platz 6 der WDF-Weltrangliste mit der Schwedin Kristiina Korpi - und auch die erwischte es eine Runde später, als sie ebenfalls 0:3 gegen die blendend aufgelegte Trixi Zimmermann verlor. Auch Mitfavoritin Sandra Pollet aus Belgien schied hier gegen Silke Goebel aus.
Karin Kempa unterlag im Viertelfinale mit 2:3 gegen Astrid Kamm ausschied. Silke Goebel verlor hier den deutsch-holländischen Vergleich gegen Kitty Boshuizen mit 1:3 und Vorjarssiegerin Vicky Pruim setzte sich 3:2 gegen Karin ten Kate durch.
Im letzten der 4 Spiele platzte bei Trixi Zimmermann endlich der Knoten, als sie mit 3:1 gegen Heike Ernst gewann, von der sie in den letzten Monaten immer wieder in vielen wichtigen Spielen auf dem Weg nach ganz oben gestoppt worden war.
Die Zuschauer sahen dann zwei recht unterschiedliche Halbfinals, auch wenn beide mit dem gleichen Ergebnis endeten. Im hochklassigen ersten davon siegte Vicky Pruim in 18, 20, 21, 22 und 24 Darts mit 2:0 und 2:1 gegen Kitty Boshuizen, der zu Auftakt des 2. Sets ein 23-Darter gelang.
Im deutlich schwächeren zweiten Spiel holte Trixi Zimmermann Set 1 in 30 und 33 Pfeilen. Auch in Set 2 ging Trixi mit einem 27-Darter in Führung was Astrid Kamm aber 35 Darts später ausglich. Es war schließlich wieder Trixi Zimmermann, die das 3. Leg zum 2-0 und 2-1 Sieg in 30 Darts für sich verbuchen konnte.
Das Geschehen im Bühnenfinale wurde dann ganz klar von WDF-Nr. 4 Vicky Pruim bestimmt. In nur 18 Darts gewann die Belgierin Leg 1. Trixi Zimmermann startete dann zwar stark in das 2. Leg und schoß sich einen guten Vorsprung heraus, doch sie traf dann 18 Darts lang ihr Doppel nicht! Auch Vicky verschenkte noch 13 Darts auf Check, bevor sie das Set mit Doppel-1 zum 37-Darter einfuhr.
Sicherlich etwas genervt davon hatte Trixi zu Beginn des 2. Sets noch 120 Rest als Vicky zum 20-Darter dichtmachte. Im 2. Leg hatte sich Trixi dann gerade auf Tops runtergespielt, als Vicky 51 Rest zum 26-Darter und damit zum 2:0 und 2:0 Titelgewinn dichtmachte. Dazu genügte Vicky ein Finalaverage von 19.27, während für Trixi 16.88 Punkte pro Dart zu Buche standen.

Trixi Zimmermann stand beim German Gold-Cup in ihrem ersten
WDF-Finale und unterlag dort gegen Vicky Pruim ais Belgien

Joppe Bakens und Wesley Daniels im rein holländischen Jungenfinale
Die Beteiligung an den beiden Jugendturnieren hatte sich diesmal erfreulicherweise um 11,6 % erhöht. Bei den Jungen gingen 36 Spieler im Einfach-KO-System an den Start
Der Shooting-Star des Jahres, Michael Stübs aus Karlsruhe, schied im Achtelfinale 2:3 gegen Wesley Daniels aus, und im Viertelfinale war auch für den stark ins Turnier gestarteten Berliner DDV-Jugendsprecher Matthias Geier mit 1:3 gegen den Holländer Joppe Bakens Schluß.
Recht schnell beendet war das Halbfinale zwischen Dennis Ohmacht und Wesley Daniels, das Wesley mit 3:0 gewann. Etwas länger dauerte es da schon zwischen Mark Mulholland und Joppe Backens. Mark konnte sich beim Stande von 2:2 einige Matchdarts herausspielen, die er aber vergab - und schließlich doch noch mit 2:3 gegen den Holländer unterlag.
Im Endspiel gewann Wesley Daniels das 1. Leg in 18 Darts, verpaßte aber im zweiten 13 Pfeile zum Setgewinn. Joppe Bakens machte schließlich zum 30-Darter dicht und gewann auch Leg 3 in 23 Pfeilen - wieder hatte Wesley 3 Checkdarts verworfen. Auch Set 2 ging dann in 20 und 22 Darts zum 2:1 und 2:0 Titelgewinn an Joppe Bakens der einen Average von 22.03 erreichte (Wesley 21.65).

Im rein holländischen Finale der männlichen Jugend siegte diesmal Joppe Bakens gegen Wesley Daniels

Nicole Osthues gewann bei den Mädchen erneut gegen Nadine Meyenburg
Die 12 Mädchen ermittelten in der ersten Gruppenrunde die letzten Acht, wobei sich alle Favoritinnen durchsetzten. Danach wurde in 2 Vierergruppen weitergespielt, von denen jeweils die Plätze 1 und 2 später im Halbfinale über Kreuz spielen sollten.
In Gruppe 1 gewann Nicole Osthues souverän alle drei Spiele. Neben ihr kam auch Yvonne Bliß weiter, die nur gegen Nicole verlor. Die beiden Hamburgerinnen Jennifer Ristau und Tanja Woltereck mußten ausscheiden.
Auch Gruppe 2 hatte in Nadine Meyenburg eine klare Siegerin, die kein Match abgab. Platz 2 sicherte sich knapp die Holländerin Paula de Vries, die nur gegen Nadine unterlag. Auch hier hatten mit Maja Kudlek und Maria Erfurth zwei der so zahlreich an den Start gegangenen Hamburgerinnen das Nachsehen - das war schon Pech!
Nicole Osthues setzte sich dann im Halbfinale deutlich mit 3:1 gegen Paula de Vries durch. Knapper war die andere Partie, welche Nadine Meyenburg mit 3:2 gegen Yvonne Bliß für sich entscheiden konnte. Damit stand die junge Berlinerin in ihrem erst zweiten DDV-RLT bereits zum 2. Mal im Finale!
Hier hatte sie dann allerdings so gut wie keine Chance gegen die trotz ihrer erst 15 Jahre bereits sehr turniererfahrene Nicole Osthues. Nicole gewann das Endspiel in 33, 25 und 32 Darts mit 3:0. Das ergab einen starken Average von 16.70 für Nicole und von 13.02 für Nadine.

Wie schon beim vorangegangenen DDV-RLT in Stade unterlag
Nadine Meyenburg im Endspiel gegen Nicole Osthues

Seyler/Welge verteidigten Doppeltitel gegen Granz/Lausberg
Die Favoritenpaare im Herrendoppel, das wie die Jugend am Sonntag stattfand, kamen fast ausnahmslos aus dem eigenen Land. In den 16 Gruppen gab es so gut wie keine Überraschungen. Nur das Ausscheiden von Haaß/Kröckel im Boardfinale gegen die Norddeutschen Böttger/Drieselmann ließ aufhorchen. Vortagsfinalist Rüdiger Preuß unterlag mit Partner Tony Barlow ebenfalls im Boardfinale gegen die Recklinghäuser Adams/Skibb.
Sehr gut lief es bei Bernd Hebecker, der zusammen mit Jock Cunningham im Achtelfinale ein so starkes Doppel wie Jörg Neumann und Marcel Schmidt mit 3:1 ausschaltete. Danach spielten sich Hebi und Jock durch einen bemerkenswerten Sieg mit 2:1, 0:2 und 2:1 gegen Colin Rice und Volker Backes ins Halbfinale.
Dort trafen die beiden auf die Kombination aus Thomas Granz und Siggi Lausberg und gewannen Set 1 mit 2:1. Da Hebi und Jock aber die beiden nächsten Sets jeweils 0:2 verloren, zogen Granz/Lausberg ins Endspiel ein.
In der unteren Tableauhälfte setzten sich die Titelverteidiger Seyler/Welge im Viertelfinale mit 2:1 und 2:0 gegen die Hessen Bock/Köhler durch und trafen dann im Halbfinale auf Artut/Meyer-Schlüter, die zuvor mit zweimal 2:1 gegen Drexelius/Stute gewonnen hatten. Mit zweimal 2:0 siegten Seyler/Welge gegen Artut/Meyer-Schlüter.
Das Endspiel war ein echter Krimi! Die beiden ersten Sets gingen mit jeweils 2:1 an Granz/Lausberg (19, 20, 21 und 22 Darts), wobei Seyler/Welge ihre beiden Legs in 20 bzw. 15 Pfeilen geholt hatten. Die beiden Bremer steigerten sich dann und verkürzten in 18 und 16 Darts auf 1-2 nach Sets, wobei ihre Gegner jeweils über 100 Rest hatten.
Mit einem 15-Darter gingen Granz/Lausberg dann in Set 4 in Führung und man hatte dann in Leg 2 einen und in Leg 3 drei Matchdarts. Aber man traf in den entscheidenden Momenten nicht und Seyler/Welge konnten das Set doch noch in 18 und 19 Darts für sich verbuchen.
Das 5. Set wird im Doppel ohne Tie-Breaker gespielt. Wieder gingen Granz/Lausberg in Führung, diesmal in einem nervösen 27-Dart-Leg. Mit einem 17-Darter glichen die Bremer aus und das allerletzte Leg mußte die Entscheidung bringen! Hier verfehlten Seyler/Welge nun 4 Matchdarts und Granz/Lausberg stellten sich Tops. Zwei Darts warfen ihre Gegner dann noch am Doppel vorbei - doch der dritte traf mitten hinein (24-Darter). Das war der Sieg für Seyler/Welge (Average 24.53) und eine denkbar knappe Niederlage für Granz/Lausberg (24.54).

Andree Welge und Tomas Seyler verteidigten ihren Titel im Herrendoppel am Sonntag hauchdünn

Ernst/Strauch diesmal gegen Boshuizen/Ten Kate siegreich
Bei den 36 Damendoppeln gab es in den drei ersten Runden kaum Überraschungen. Allerdings ist die 2:3 Niederlage von Kloes/Schubert in ihrem Auftaktmatch gegen Frischmuth/Junker (Bremen) durchaus erwähnenswert.
Im Viertelfinale gewannen die Vorjahressiegerinnen Boshuizen/Ten Kate genauso deutlich mit 3:0 gegen Vortagsfinalistin Trixi Zimmermann und Silke Goebel wie sich Pichol/Ruschke gegen Frischmuth/Junker durchsetzten.
Die beiden anderen Spiele gingen bedeutend enger mit jeweils 3:2 aus. Ernst/Strauch gewannen dabei gegen die Bremerinnen Carola Müller und Rita Schumacher während Diehn/Hundack etwas überraschend gegen Beushausen/Niederau siegten.
Nachdem man das 1. Leg verloren hatte, holten Ernst/Strauch dann im Halbfinale die nächsten 4 Legs zum 2:1 und 2:0 Sieg gegen Pichol/Ruschke. Boshuizen/Ten Kate gewannen das andere Spiel mit 2:0, 1:2 und 2:0 gegen Diehn/Hundack.
In den letzten beiden Jahren hatten im Finale jeweils Boshuizen/Ten Kate gegen Ernst/Strauch gewonnen - und nun stand man sich erneut gegenüber. Heike und Bianka gingen mit viel Engagement ins Spiel und das 1. Leg ging denn auch in 25 Darts an die Deutschen, das zweite dann allerdings in 17 Pfeilen an die Holländerinnen. Ein 88er-Finish zum 24-Darter im 3. Leg brachte dann Heike und Bianka das 1. Set.
In Set 2 gewannen die Deutschen das 1. Leg in 20 Darts und auch das zweite ging mit 19 Pfeilen zum Titelgewinn an Heike und Bianka. Ihr Average lag bei 22.24, während die Holländerinnen 20.84 erreichten.
Der WDF German Gold-Cup war einmal mehr eine gelungene Veranstaltung - kein Wunder bei so erfahrenen Leuten wie Frank Wanders, Willi Kohlstruk, Klaus Wagner, Marcus Bial und Connie Meister ... um nur einige wenige zu nennen. Die ddz bedankt sich an dieser Stelle auch nochmals ausdrücklich für die vorbildliche Unterstützung vor, während und nach dem Turnier.

Nach zwei 2. Platzen in den letzten beiden Jahren gewannen
Heike Ernst und Bianka Strauch diesmal das Damendoppel

(Bericht und Fotos von Volker Hatlauf)

 

 

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